position 54°24,9‘n, 10°15,3‘e
kystenbewohnerin birgit rautenberg-sturm
    Bremer Nachrichten, 11. August 2001   Die Geheimnisse des Kupferstechers In der Städtischen Galerie treffen sich am Wochenende Künstler und Drucker / Vorführungen für Besucher Von unserer Mitarbeiterin Stefanie Beckröge   Bremen. Ob Dürer oder Kollwitz, ob Dix oder Janssen, alle haben sie die Druckgrafik als eigenständiges Medium für ihre Kunst genutzt. Und dennoch scheint sie es heute schwer zu haben in der zeitgenössischen Kunst. Die meisten Künstler haben sich anderen Medien zugewandt. Höchste Zeit also, sich einmal wieder auf sie zu besinnen.  Eine Messe in der Städtischen Galerie dokumentiert die Vielfalt der Technik.   Die Künstlerin Gerten Goldbeck hat vor einigen Jahren das Netzwerk Druckgrafik ins Leben gerufen, um druckgrafisch arbeitende Künstler, Druckwerkstätten und Materialzulieferer über viele Landesgrenzen hinweg miteinander bekannt zu machen. Bisher geschah das ausschließlich über drei bis vier Mal im Jahr erscheinende Rundbriefe. Nun aber findet an diesem Wochenende, von Goldbeck organisiert, in der Städtischen Galerie Buntentor die erste international ausgerichtete Druckkunst-Messe statt.Sie soll den direkten Austausch zwischen Druckern und Künstlern fördern, neue Kontakte ermöglichen, dem Erfahrungsaustausch dienen, aber auch dem interessierten Laien die verschiedenen Sparten der Druckkunst überhaupt einmal vorführen. Wer kann schon heute noch erklären, wie der Jahrhunderte alte Steindruck funktioniert, was ein Lichtdruck ist oder wie ein Kupferstecher arbeitet? Über all das kann sich an diesem Wochenende jeder Interessierte an 23 Ständen bei Druckern und Künstlern aus sechs Ländern eingehend informieren. Außerdem sind viele Grafiken zahlreicher Künstler zu sehen. Natürlich werden bei dieser Gelegenheit auch eine Menge Fachgespräche geführt werden. "Ich hoffe, hier junge Künstler kennenzulernen, aber auch über neue Methoden und Kniffe informiert zu werden', sagt beispielsweise Kurt Leidl aus Wien, der in seiner Steindruckwerkstatt Auftragsarbeiten für Künstler ausführt. Um an die wertvollen Tipps zu gelangen, werden sich Leidl und andere Drucker an diesem Wochenende wohl besonders um den Schweizer Ernst Handke und seine Frau Erika scharen. Deren Werkstatt nämlich ist in Fachkreisen als eine der berühmtesten Steindruckerein in Europa bekannt. Namenhafte Künstler arbeiten nicht nur mit ihnen, sondern auch bei ihnen. Dass sich Drucker und Künstler genau verstehen, ist eine der wichtigsten Vorraussetzung für die erfolgreiche Arbeit, erfährt man hier. Stimmt die Zusammenarbeit, entstehen oft langjährige Bindungen. Überhaupt sind die Grenzen zwischen Künstlertum und Handwerk fließend. Ein guter Drucker ist auch ein Künstler. Aber es gibt dennoch nicht wenige Künstler, die sich lieber auf sich selbst verlassen und für die eigene Arbeit an der Presse Teil ihrer künstlerischen Tätigkeit ist. Zu diesen gehören die Bremer Künstler Birgit Rautenberg-Sturm und der auch als Spiritus Rector der Messe fungierende Reinhold Budde ebenso wie der Berliner Kupferstich-Künstler Heribert Bücking. Er ist einer von nur sechs Kupferstechern in ganz Deutschland. Neben Werkstätten, kleinen Verlagen und einzelnen Künstlern stellen sich auf der Messe auch Ateliergemeinschaften, wie die Summerset Printmakers aus Großbritannien, die Vereinigung der Estländischen Druckgrafiker aus Tallinn oder die Frauendruckwerkstatt Villa Magdalena aus Hamburg vor. Und dann ist da noch die Firma Römerturm Feinstpapiere, die die Messe auch finanziell unterstützt hat. Sie müßte ihre Künstlerpapiere eigentlich gar nicht mehr bekannt machen. Fast alle Künstler und Drucker arbeiten nämlich seit Jahren oder gar Jahrzehnten mit diesen Papieren. Die Grafikmesse DruckKunst ist heute von 14 bis 20 Uhr und morgen von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Heute um 16 Uhr findet eine Führung durch die Ausstellung statt, um 19 Uhr ein öffentliches Gespräch über die Situation der Druckgrafik in den verschiedenen Ländern. Steindruckvorführungen sind an beiden Tagen im Foyer zu sehen. presse auswahl 5
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