position 54°24,9‘n, 10°15,3‘e
kystenbewohnerin birgit rautenberg-sturm
    Ostholsteiner Zeitung / Kieler Nachrichten, 14. Februar 2001 Faszination "Kyste" Birgit Rautenberg-Sturm verewigt in ihren Drucken die Kraft der Natur Von ASTRID SCHMIDT   "Atelier Kystprik" steht auf dem Schild an der Tür, daneben springt dem Besucher in knalligem Rot das Symbol für "Kraft" ins Auge. "Ich nenne mich Kystenbewohnerin, denn ich fühle mich skandinavisch", sagt die Steiner Künstlerin Birgit Rautenberg-Sturm. In ihrem erst wenige Wochen alten "Offenen Atelier" in Ellernbrook an der Kieler Außenförde entstehen Tief- und Hochdrucke, die alle eines gemeinsam haben: Das Thema Schiff, Fisch, Fels, Skandinavien. Die Künstlerin macht die Kraft der Natur, die Einfachheit und Reduziertheit von Farbe und Form, in ihren Arbeiten sichtbar. "Sticheln, Ätzen, Druck machen ist meine Leidenschaft", sagt die Steiner Künstlerin lachend. Vor zehn Jahren, nach dem Besuch einer Druckwerkstatt den Geruch von Kupferdruck und Farbe in der Nase, wusste sie: "Das ist es! Das machst du jetzt!" Und dann legte die ausgebildete Sozialpädagogin los. "Mit der letzten aus DDR-Produktion stammenden Presse entstanden in meinem Keller erste Arbeiten, die alle in den Papierkorb wanderten", erinnert sich die 44-Jährige. Sie besuchte Kurse und entwickelte ihre Technik. Die Liebe zur Natur, zum Segeln, zur Schlichtheit und zu Skandinavien leitete sie und die zumeist heftigen Erlebnisse auf See verarbeitete sie in ihrer kleinen Druckwerkstatt. So entstanden ganze Zyklen nach einem Törn durch die gigantischen Fjorde Norwegens. "Ich hängte eine in Tuch gewickelte Zinkplatte jeden Tag über Bord. So hat sich das Meer selbst verewigt", berichtet sie liebevoll über ihre Arbeit. Auf diese "natur-geätzte" Platte brachte sie dann die Formen auf, die sie als Felsspalten in Norwegen entdeckt hatte, trug Farbe auf, wischte sie wieder aus und stichelte die raue Form des Felsens ein. Spiegelbilder der Natur So entstanden drei Drucke als Spiegelbild der Natur, die zu ihren liebsten Werken gehören. Andere Drucke zeigen einen Steven, Getriebeteile oder auch ihr Erlebnis mit einem unfreundlichen Hafenmeister. "Hauptsächlich Segler und Seeleute fühlen sich durch meine Arbeiten angesprochen", sagt die "Kystenbewohnerin", denn welche Stimmung sich entwickelt, wenn man "eingeweht" ist, verstehen sicher nur Segler. Ihre Vorliebe prägte auch ihr Engagement als Vorsitzende des Vereins "Freunde alter Schiffe" in Laboe und die Gestaltung ihrer Homepage www.kystprik.de. Doch manchmal widmet sie sich auch dem Linolschnitt, wie jetzt in Vorbereitung des Projektes "hummer, chicken, ziegenstall" im "Lutterbeker" zu Ehren Valeska Gerts, der großen Dame des Theaters, Tanzes und Kabaretts. "Die Power und Geradlinigkeit, mit der Valeska Gert ihre ganz eigene Kunst auch gegen den herrschenden Zeitgeist durchgesetzt hat, fasziniert mich", sagte Birgit Rautenberg-Sturm. Und auch wenn sie zugunsten von Mann und Tochter Kompromisse machen müsse, wolle sie sich wenigstens eine Scheibe davon abschneiden", meint sie. Gemeinsam mit sieben Künstlerinnen würdigt sie das Werk der 1978 verstorbenen Valeska Gert. Eröffnet wird dieses Projekt am 1. März in der Galerie im "Lutterbeker".   presse auswahl 7
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